|
Die Historie der einzelnen Ortsteile
Die Gemeinde besteht aus 15 Ortsteilen. Der Hauptort der Gemeinde Leuben-Schleinitz, der Ort Leuben liegt im Ketzerbachtal am Zusammenfluss von Dreißiger Wasser und Ketzerbach, ca. 15 km westlich der Kreisstadt Meißen.
Leuben wurde zu um ersten mal im Jahr 1069 als „Burguuarde Luvine in Pago Dalmince“, ukundlich erwähnt.1209 als “Lubin”; 1486 als “Leuben”. Ableitung vom altsorbischen Personennamen “Luba”. 1555 wurde ein Hospital errichtet und 1849/51 durch einen Neubau ersetzt. In den Jahren 1677/78 wurde eine Schule gebaut.
Eulitz Erstnennung im Jahre 1190. 1198 dann “Ulsnic”. 1552 “Eullitz”. Abgeleitet von altsorb. “ulica” = ”Gasse”. Um 1800 wird eine Mühle erwähnt, welche bis 1990 moch als Mischfutterwerk in Betrieb war.
Graupzig Erstnennung im Jahre 1334 als “Gruzg”. 1350 “Grupicz”; 1446 “Grupiczk”; 1555 “Grautzick”. Name ist slaw. Ursprung; Deutung unbekannt. Um 1800 gab es 2 Wassermühlen. (obere u. untere Mühle) Während die Obermühle nicht mehr besteht, war die Niedermühle noch bis 1991 als Mehlmühle in Betrieb.
Raßlitz Erstnennung im Jahre 1334 als “Rozlawicz”. 1543 “Roßlitz”; 1764 “Raßlitz”. Ableitung vom altsorbischen Personennamen “Roslav”.
Wauden Erstnennung im Jahre 1220 als “Vden”. 1327 “Wudin”; 1328 “Wuden”; 1501 “Waudenn”; Ableitung vom altsorbischen Personennamen “Uda”
Wahnitz Erstnennung im Jahre 1288 als “Woynitz” oder erst 1334 als “Woganewicz”. 1378 “Waynewicz”; 1551 “Waynicz”; 1696 “Wahnitz”; Ableitung vom altsorbischen Personennamen “Vojan”
Mertitz Erstnennung im Jahre 1334 als “Merticz”; Ableitung vom altsorbischen Personennamen “Merota”. Mertitz war bis Mitte des 16. Jh. Sitz der Amtssupanie Mertitz, zu der 18 Orte gehörten.
Mettelwitz Erstnennung im Jahre 1305 als “Mecelwicz”. 1543 “Mettellwitz”. Abgeleitet von einem altsorbischen Vornamen, der etwa “Metislav” gelautet haben dürfte. Mettelwitz hatte zusammen mit Mertitz eine Schule. (erbaut um 1840)
Schleinitz (mit Perba) Erstnennung am 08.07.1231 als “Goteboldus de Zlinitz”; Schleinitz war also Herrensitz. Der Name des Ortes erscheint erstmals 1334 als “Slynicz” im Bete-Verzeichnis. Ableitung von altsorbisch “Slivnica” = “Pflaumenbaum”. Die Bauernunruhen von 1790 in der Lommatzscher Pflege gingen von den Untertanen der Rittergüter Petzschwitz und Schleinitz aus und hatten Auswirkungen bis nach Thüringen. Das Schleinitzer Schloss ist von einem Wassergraben umgeben, welcher die Anlage als einstige Wasserburg ausweist. Im Speicher des ehm. Rittergutes befindet sich heute das “Museum für ländliches Brauchtum”. Perba wird 1501 erstmals gennannt als “inn der Perbe”. Ortsname ist altsorbischer Herkunft; seine Deutung ist unsicher.
Lossen Erstnennung im Jahre 1288 als “Lozzen”. 1334 als “Lossen”. Der Ortsname ist slawischer Herkunft; seine Bedeutung ist unklar.
Pröda Erstnennung im Jahre 1334 als “Preudow” oder erst 1350 als “Prewda” und “Preuda”. 1724 “Pröda”. Ableitung vom altsorb. Personennamen “Pravd(a)”. Pröda hatte schon um 1840 eine Schule.
Badersen Erstnennung im Jahre 1319 als “Posebrede”. 1555 “Baderschen”. Abgeleitet von den altsorb. Worten “pod” = unter und “breza = Birke oder “breg” = Ufer in der Bedeutung “Ort am Birkenhain” oder “Ort am Ufer”.
Praterschütz Erstnennung im Jahre 1268 als “Braterswitz”. 1491 “Braterschitz”. Ableitung vom altsorbischen Personennamen “Bratros”.
Dobschütz Erstnennung im Jahre 1334 als “Dobirswicz”. 1547 “Dobeschitz”. Ableitbar vom sorbischen Personennamen “Dobras”. Dobschütz besteht bis heute nur aus einem ehem. Gutshof mit Auszugshaus.
Quelle: gekürzt aus “Landkreis Meißen - Seine Städte und Dörfer” von Dr. Günter Naumann, 1998
|